Bildrechte, Bilderklau & Abmahnungen

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Was Blogger wissen und beachten sollten

Wer sich aktiv im Internet bewegt (Bloggen, soziale Medien usw.), sollte grundsätzliche Dinge wissen, um das Risiko von Abmahnungen zu minimieren. Es gilt neben anderen, die Bildrechte anderer zu wahren, aber auch seine zu schützen oder sie einzufordern. Mir hat man bereits mehrfach ein Foto geklaut und ich mahne konsequent ab. Man könnte jetzt argumentieren, dass es sich hierbei um keinen materiellen Wert handelt und so kein Schaden entstanden sei. Doch Bilderklau ist mitnichten ein Kavaliersdelikt, selbst wenn man kein professioneller Fotograf ist.

Was im Wesentlichen um das Urheberrecht zu wissen ist

Ich bin kein Jurist, daher stellt dies keine Rechtsberatung da, sondern soll dem Blogger als Hinweis dienen, dass er sich mit Themen wie Urheberrechte und Bildrechte auseinandersetzen sollte. Das Bildrecht setzt sich vorrangig aus diesen beiden elementaren Säulen zusammen:

Recht am eigenen Bild
Recht am eigenen Bild

Recht am eigenen Bild

Es räumt der abgebildeten Person das Recht ein, der Veröffentlichung seines Abbildes zuzustimmen oder diese abzulehnen. Dessen Bildrechte gelten auch posthumen, so dass nach Ableben die Erben zu entscheiden befugt sind. Sowohl die abgebildete Person oder deren Erben können somit auch Abmahnungen aussprechen.

Urheberrecht des Fotographs
Urheberrecht des Fotographs

Urheberrecht

Das Urheberrecht schützt das Machwerk des Fotografen. Lediglich er darf die Nutzungsrechte für die Bildverwendung erlauben und kann Bedingungen für die Bildnutzung vorgeben. Das Foto bleibt in der Regel Besitz des Fotografen. Werden dessen Bilder ohne gültige Lizenz oder anders als vereinbart verwendet, kann er kostenpflichtig Abmahnungen erwirken. Informieren kann man sich z. B. hier.

Wichtig für Blogger

Man muss kein professioneller Fotograf sein, um das Urheberrecht für sich in Anspruch zu nehmen. Jeder, der ein Foto anfertigt, ist dessen Urheber. Beim Bloggen darf man zwar eigene aufgenommene Fotografien verwenden. Das Recht am eigenen Bild muss dennoch beachtet werden, wenn auf der Fotografie eine Person zu sehen ist. Ermächtigten sich Dritte des eigenen Bildes, kann dies abgemahnt werden.

Eigene Bildrechte schützen

Es lässt sich kaum verhindern, dass jemand Bilder klaut. Selbst das Verhindern des Rechtsklicks per html-Code stellt keinen Schutz vor Bilderklau dar. Aktuell werden meine Bildrechte verletzt. Gleich vier (sic!) Parfümerien haben mir ein Bild geklaut:

Bilderklau von vier Parfümerien
Bilderklau von vier Parfümerien

Leider sitzen die im Osten, so dass die juristische Ahndung schwierig bis unmöglich sein dürfte. Zwar kann ich meine Urheberschaft wasserdicht nachweisen, doch beim Rechtsstreit über die Landesgrenzen hinaus sehe ich kaum Chancen. Formal habe ich Abmahnungen ausgesprochen, Reaktionen bleiben aus. Da diese vier Fälle noch aktuell sind, gehe ich auf Weiteres nicht näher ein.

Bilder kennzeichnen

Eine Methode, einem Bilderklau vorweg zu greifen, ist das Kennzeichnen des Bildes. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Bilder zu markieren. Sichtbar oder unsichtbar (digitales Wasserzeichen). Dies vereinfacht den Nachweis der Bildrechte. Doch selbst die Markierung kann durchaus manipuliert bzw. sogar entfernt werden. Keine Kennzeichnung schützt vor Bilderklau. Unterm Strich bedeutet das: Wer am Bloggen ist, hat kaum realistische Chancen, den Bilderklau zu verhindern. Da das Urheberrecht auch dann besteht, wenn man keine Kennzeichnung vornimmt, habe ich mich dazu entschieden, darauf zu verzichten. Insbesondere der sichtbare Klauschutz verunstaltet meiner Ansicht nach ein Foto. Zudem möchte ich meine Leser nicht mit einem solchen Zeichen des Misstrauens auf meinen Blogs begrüßen.

Urheberschaft nachweisen

Wenn man den Bilderklau als Blogger oder Internetuser kaum verhindern kann, sollte man als Urheber dafür sorgen, dass man die Urheberschaft nachweisen kann. Dazu gibt es zahlreiche Methoden. Einige Beispiele:

Schriftzug in Fotos
Schriftzug in Fotos

Schriftzug ins Bild

Man platziert mehr oder weniger sichtbar einen Schriftzug in das Foto, bevor man es veröffentlicht. Viele Blogger setzten die Marke an den Rand des Bildes. Das macht den Bilderklau sehr einfach. Der Dieb muss nur den Rand abschneiden.

Fotos verkleinern und schneiden
Fotos verkleinern und schneiden

Verkleinertes Foto veröffentlichen

Generell ist es ratsam, nie ein Original des Fotos zu veröffentlichen. Es wird immer das Original bewahrt, eine Kopie bearbeitet, das Motiv ausgeschnitten und das Einstellbild verkleinert. Nur der Fotograph bleibt im Besitz des Originals.

Bildausschnitt verwenden
Bildausschnitt verwenden

Bildausschnitt beim Bloggen verwenden

Ähnlich wie durch die Bildverkleinerung kann man die Urheberschaft nachweisen, wenn man nur einen Bildausschnitt veröffentlicht. Auch dabei muss das Originalbild aufbewahrt werden.

Fotostrecke als Urhebernachweis
Fotostrecke als Urhebernachweis

Fotostrecken anfertigen

Erstellt man ein Foto, sollte man vom Motiv eine kleine Fotostrecke anfertigen. Bei der Bildserie nimmt man das gleiche Motiv mehrfach auf. Dabei ergeben sich pro Bild minimale Abweichungen, aber meist ist aus der Strecke ersichtlich, wenn eine Fotografie aus dieser Serie stammt. Prinzipiell wird lediglich ein Bild des Motivs veröffentlicht.

Schild ins Bild
Schild ins Bild

Logo ins Bild fotografieren

Beim Fotografieren wird eine Visitenkarte, das Firmenlogo oder ähnliches zum Motiv gesellt.

Schild im Bild verwischen
Schild im Bild verwischen

Selbst Bilderdiebe werden beklaut

Mir ist derzeit ein Fall bekannt, indem eine Person ein Werk geklaut hat, dieses  mit eigenem Logo gekennzeichnet und somit das Werk als eigenes ausgegeben hat. Danach hat ein Dritter dieses Diebesgut entwendet und das Logo aus seinem Werk entfernt, um die vermeintliche Urheberschaft zu verschleiern. Der vom (echten) Urheber eingeschaltete Anwalt dürfte umfangreich mit Abmahnungen befasst sein, wenngleich im Ursprung nicht ein Foto geklaut, sondern ein Text entwendet wurde. Es sind dadurch weitere Rechte verletzt worden, denn es ist meines Wissens nach nicht erlaubt, Werke zu verändern.

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2 thoughts on “Bildrechte, Bilderklau & Abmahnungen

  1. Man kann Bilderklau nicht verhinden, aber erschweren. Deswegen setze ich in jedes Bild einen mehr oder weniger gut versteckten und halbtransparenten Schriftzug mit meiner Blog-URL. Im Falle des Duftparadieses könnte ich mir beispielsweise einen entsprechenden Hintergrund zur Unterstützung der CI sehr gut vorstellen.
    Eine interessante Frage sind soziale Netzwerke: Wenn jemand einen Tweet mit meinem Foto retweetet – veröffentlicht er damit mein Bild unterlaubt? Wenn ich Diesen Post jetzt bei FB teilen würde und FB nimmt sich eines der Fotos für die Pinwand-Anzeige – wäre das ein Bilderklau?
    PS: Mir fehlt hier ein „Benachrichtige mich bei Kommentaren“

    1. Hi Sebastian,

      nicht ohne Grund behalte ich mir vor, selbst zu ermessen, ob ich eine Verwendung abmahne oder nicht. Dass durchaus ein Foto von einer Person verwendet wird, damit muss man bis zu einem gewissen Grad wohl rechnen. Fernab der Rechtslage kann jeder Blogger wohl froh sein, wird ein Artikel in sozialen Netzwerken geteilt. Da erfolgt die Verwendung ja zumeist mit der Quellangabe (Link zum Blog). Meinem Empfinden nach eignet sich ein Teiler nicht das Foto an oder gibt es gar als das eigene aus. Zudem ermuntert man als Blogger durch das Einbinden der Buttons zu Twitter und Co das Multiplizieren. Ein Abmahnen der Leser wäre für mich nicht in Ordnung und hätte bereits Abzock-Qualität. Auf das Einbinden eines Schutzes habe ich mich ebenfalls bezogen. Für mich kommt das nur bedingt in Frage und schützt zudem auch nicht. Ein aktuelles Beispiel zeigt übrigens, dass auch diese Methode von Contentdieben umgangen wird. Über „Benachrichtige mich bei Kommentaren“ denke ich nach 😉 Gruß

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