Auftraggeber zahlt nicht – Was tun?

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Professionelle Blogger kommerzialisieren das eigene Blog und verdienen oft auch als Autor / Texter Geld. Theoretisch. Denn auch in dieser Branche gibt es Zechpreller und Kunden, die sich um das Honorar drücken wollen. Der Auftraggeber zahlt nicht – was können Blogger, Texter, Autoren dann tun? Wir können und wollen hier keine rechtliche Beratung leisten, sondern wollen Tipps weitergeben, die Ihnen als erste Orientierung hilfreich sein können. In diversen Gruppen sind immer häufiger Fragen wie „Auftraggeber zahlt nicht?„, „Der Kunde verwendet meine Texte, aber begleicht die Rechnung nicht.“ oder „Kunde nimmt bestellte Texte nicht ab.“ zu lesen.

Lassen sich säumige Honorare eintreiben?

Grundsätzlich ist es immer schwierig oder unmöglich, bei einem nicht liquiden Geschäftspartner Geld einzufordern, das er nicht hat. Trotzdem bewegen sich im Onlinemarketing und SEO Bereich überwiegend liquide Auftraggeber, so dass säumige Honorare fast immer erfolgreich eingefordert werden. Allerdings brauchen Sie als Dienstleister mitunter einen langen Atem.

Recht gute Erfolgschancen

Das Erfreuliche vorweg: Branchenübliche Auftragsvergaben sind in der Regel nicht stornierbare Individualleistungen, bei denen es kaum Widerrufsmöglichkeiten gibt – es sei denn, Sie als Auftragnehmer kommen den Vertragspflichten nicht nach und beseitigen nicht in angemessenem Rahmen die beklagten Mängel. Was es mit der Individualleistung auf sich hat und warum das Urheberrecht Ihnen beim Eintreiben berechtigter Forderungen hilft, werden wir in einem separaten Beitrag ausführen. Außerdem können Geschäftskunden nicht ohne Weiteres aus einem Vertrag aussteigen. Gekauft / bestellt ist also gekauft / bestellt.

Auftraggeber zahlt nicht
Auftraggeber zahlt nicht

Warum zahlen Auftraggeber nicht?

Die Vorfälle, bei denen Blogger um ihr Verdientes gebracht werden, scheinen sich zu häufen. Kleinaufträge werden nicht gezahlt; sogar bekanntere Auftraggeber und Agenturen zahlen nicht. Erst im letzten Jahr ging eine der größten Vermarktungsplattformen für bezahlte Blogposts in die Pleite und es war fraglich, ob die Honorare für erbrachte Leistungen ausgezahlt werden konnten. Doch nicht immer ist es die Pleite, die das Honorar in Gefahr bringt. Gründe, warum AG´s nicht zahlen, können vielfältiger Art sein. Bevor darauf eingegangen wird, was Sie bei Zahlungsverweigerung oder Zahlungsausfall tun können, schauen wir uns zuerst die Begründungen an, aufgrund derer Rechnungen für erbrachte Leistungen nicht bezahlt werden.

Gründe und Ausrede für Zahlungsausfälle

Womit das Ausbleiben der Honorarvergütung begründet wird, weicht je nach Auftrag ab. Hier die häufigsten Begründungen:

  • Blogpost gefällt nicht (z. B. weil der Shop nicht vorgestellt wird, der AG jedoch ausdrücklich keinen werblichen und als gesponserten Artikel beauftragte)
  • vereinbarter Link wird nicht mehr benötigt (z. B. weil Verlinkungsstrategie geändert wurde)
  • Auftrag wurde angeblich doppelt vergeben (meist bei Texterstellung)
  • beauftragter Artikel (nur Texten) wird nicht mehr benötigt
  • Text gefällt nicht
  • Endkunde zahlt nicht, so dass Agentur oder Vermittler den Zahlungsausfall an den Blogger bzw. Autor / Texter überträgt
  • Auftraggeber hat kein Geld
  • Auftraggeber meldet sich nicht mehr
  • usw.

Zahlungsverzögerung bei Vermittlern

Neben Zahlungsverweigerung oder mangels Liquidität sorgt auch das verspätete Zahlen eines Auftrags immer wieder für Ärgernisse, etwa dann, wenn der Auftraggeber erst auf die vollständige Abwicklung und die Vergütung durch den Endkunden (z. B. Shop, Linknehmer) und so bis zur Honorarvergütung von Texter, Autor und Blogger Monate ins Land ziehen. Die meisten in der Branche sind Kleinunternehmer und können es sich faktisch nicht leisten, Kunden und Auftraggebern derartige Kulanz zu gewähren. Allerdings ist es branchenüblich, dass Agenturen oder Dienstleistungs-Vermittler festgelegte Rechnungsläufe haben und nach einem vorgegebenen Schema Rechnungen vergüten bzw. gutschreiben. Fragen Sie daher bereits bei der Auftragsvergabe nach, wie und wann gezahlt wird bzw. ob es einen festen Rechnungslauf gibt.

Linkbuilding: Auftraggeber zahlt nicht – was tun?

Hat ein AG die Erstellung eines Blogposts inklusive Verlinkung beauftragt, besteht eine Zahlungspflicht. Insofern der Auftraggeber nicht zahlt, weil er berechtigt einen Mangel hinsichtlich der Auftragsdurchführung vorbringt, steht dem Auftragnehmer eine Nachbesserung zu. Der AN kann die berechtigten Mängel beseitigen und somit die Auftragsvorgaben erfüllen. Verweigert der Kunde die Zahlung, kann die Forderung an ein Inkassounternehmen weitergereicht werden. Insofern der Auftraggeber als Agent für einen Endkunden tätig ist, können Blogger sich nach angemessener Wartezeit und freundlichen Vermittlungsversuchen auch an den Endkunden (Linknehmer) wenden. Allerdings lagern Linknehmer den Linkaufbau deshalb aus, weil ihnen das fachliche Wissen fehlt und/oder sie sich um die Pflege des Linkprofils nicht selbst kümmern wollen. Auslagernde Unternehmen verweisen bezüglich der Zahlungspflicht dann meist auf den Zwischenhändler, der Vertragspartner und somit zahlungspflichtig ist, insofern nichts anderes vereinbart wurde. Bleiben Ihre Zahlungsaufforderungen unerfüllt, sollten Sie zumindest den Link oder sogar den gesamten Artikel entfernen bzw. diesen neutral umschreiben. Dann haben Sie wenigstens einen guten Beitrag auf Ihrem Blog.

Textaufträge / Autorenaufträge: Auftraggeber zahlt nicht – was tun?

Im Rahmen von Autorentätigkeiten für die externe Verwendung durch den Auftraggeber bzw. den Endkunden kommen Ihnen Urheberrecht und zu erteilende Nutzungslizenzen zugute. Als Verfasser von Texten obliegt das Urheberrecht grundsätzlich bei Ihnen – auch, wenn Sie Artikel im Auftrag eines Kunden erstellen. Sie sind und bleiben der Urheber und das Urheberrecht ist nicht übertragbar! Formal müssen Sie dem Auftraggeber ein Nutzungsrecht einräumen, das Sie näher definieren können. Es liegt also an Ihnen, die Rahmenbedingungen für die Nutzung der von Ihnen erstellten Werke abzustecken und den Kunden entsprechend zu lizensieren.

Knüpfen Sie Nutzungslizenz an Rechnungsbegleichung

Vereinbarungen zur Nutzung und Lizenzen können Sie im Vorvertrag festhalten oder vorab absprechen und in der Rechnung niederschreiben. Vermerken Sie auf der Rechnung einen Satz wie:

„Die Nutzungsrecht wird erst nach vollständiger Begleichung des Rechnungsbetrags entfaltet!“

Mit diesem Satz unterbinden Sie einerseits die Nutzung vor der Bezahlung, andererseits können Sie so versuchen, den Schaden zu begrenzen, falls der Auftraggeber nicht bezahlt. Wurde der Textbeitrag nicht online veröffentlicht, können Sie diesen unter Umständen an einen anderen Kunden verkaufen.

Außerdem sichern Sie sich so für alle Notfälle die Option, den säumigen Auftraggeber zusätzlich zur Kasse zu bitten, wenn er absichtlich gegen Ihr Urheberrecht verstößt. Unter Umständen können Sie dann wegen unlizensierter Nutzung abmahnen, so dass der Kunde aufgrund der begangenen Urheberrechtsverletzung weitaus mehr bezahlen muss, als ursprünglich vereinbart wurde.

Zusammenfassung & Fazit

Haben Sie als Blogger, Texter oder Autor gute Arbeit abgeliefert, gehört diese Dienstleistung wie vereinbart gezahlt. Noch unerfahrene Dienstleistern fehlt es anfangs, die Auftragsvergabe professionell abzuwickeln. Das ist normal, denn es fällt kein Meister vom Himmel. Besprechen Sie alle wichtigen Details und scheuen Sie sich nicht, nach den Zahlungsmodalitäten zu fragen. Sie erbringen eine Leistung und wenn Sie fragen, ob es einen fixen Rechnungslauf gibt, oder wie der Kunde die Bezahlung handhabt, nimmt Ihnen das niemand krumm. Sprechen Sie auch an, was im Falle von Mängeln zu tun ist. Übermitteln Sie dem Auftraggeber die Auftragsarbeit nebst Rechnung, können und sollten Sie im Abschlusssatz anmerken, dass sich der Geschäftspartner selbstverständlich melden kann, wenn er Änderungswünsche oder etwas zu kritisieren hat. Das wirkt einerseits professionell, andererseits bietet dies eine gute Grundlage für eine freundliche Kommunikation, falls Ihr Auftraggeber doch einmal etwas anzumerken hat.

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