Die Sache mit dem Kokain

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Warum man keinen Content klaut

Man kann von Abmahnungen halten, was man will: manchmal kommt man um eine solche nicht herum. Nämlich dann, wenn Fremde sich des eigenen Contents ermächtigt haben. Dann verstößt ein Blogger, ein Portalinhaber oder wer auch immer gegen das Urheberrecht. Dies kann Fotorechte und die Urheberschaft von Texten betreffen. Leider ist die gute alte Sitte, zu fragen, ob man ein Bild oder einen Text verwenden darf, außer Mode gekommen. Ein gutes Beispiel das derzeit die Runde macht, liefert der Kokainfund bei einem Lebensmitteldiscounter. Ja, es wurden 140 kg Kokain im Lebensmittelladen gefunden und diese Nachricht schlägt nicht nur ein, sondern wirbelt auch kräftig durch die Internetmedien und Blogs.

Polizei überrascht über Kokainfund
Polizei überrascht über Kokainfund

Satire oder eine perfide Lachnummer?

Nein, Ernst! Dass man im Laden soviel Kokain gefunden hatte, ist eine Tatsache. Da dürften Kassierer, Marktleiter und die hinzugerufenen Polizisten nicht schlecht gestaunt haben. Kaum wurde vom Sensationsfund in den Nachrichten berichtet, war der Kokainfund im Discounter schon in aller Munde. Sämtliche Communities griffen das Thema auf, Newsmeldungen zum Kokainfund huschten durch die sozialen Netzwerke, die Blogger ließen es sich nicht nehmen, mit ihrem Content das Thema aufzugreifen und natürlich auch diverse Juristenblogs kommentierten.

Kokainfund wird zur Urheberrechtsverletzung

Googelt man zum Ereignis, kommt man kaum über eine Schlagzeile nicht hinweg. Nämlich die Berichterstattung, dass es sich beim Kokainfund um eine Lappalie handeln solle. Eine Zusammenfassung der Ereignisse lässt den beachtlichen Fund der brisanten Ware von 140 kg häppchenweise auf eine geringe Menge schrumpfen. Ein guter Text, der aufgrund seiner Brisanz wie der geölte Blitz im Web die Runde machte. Es riecht danach, als würden viele das Urheberrecht des Erschaffers in Gänze übergehen. Der ursprüngliche Content wurde übernommen. Zum Teil unverfälscht oder mit leichten Abweichungen. Ein Hinweis auf den Urheber bleibt fast in jedem Einzelfall aus. Ganz dreiste Publizisten geben gar das Werk als das ihrige aus und kennzeichnen mit eigenem Logo. Auch, wenn die Meldung um den Kokainschwund nicht im Bezug auf die Fotorechte eine Verletzung entfaltet, wird mannigfaltig das Recht des Urhebers ausgehebelt. Nicht selten in Bereicherungsabsicht oder um damit Klicks zu generieren.

Geklauter Content bleibt von Google nicht unentdeckt

Das Urheberrecht eines Künstlers oder Autors zu verletzen ist eine juristische Angelegenheit. Diese könnte unter Umständen auch bei besagtem Urtext mit Bezug auf den Kokainfund und dessen Schwund zu einer solchen werden. Schließlich taucht das Werk im Internet umfangreich in identischer Weise auf. Das Original gibt´s nur einmal. Alle übrigen Suchergebnisse, die zur betreffenden Kokain Nachrichtenmeldung führen sind Klauwerke. Eine andere Baustelle ist jedoch die Bewertung, die Google hier vornimmt. Duplicate Content ist nichts, mit was man sich bei der Suchmaschine einen Gefallen tut. Auf diese Weise erfüllt man mitnichten das Qualitätskriterium, das man sehen möchte. Dementsprechend dürfte Google, wie auch beim Klickbetrug dementsprechend eine Penalty verhängen und am Index drehen. Wer als Blogger erfolgreich sein will, fertigt händisch eigenen Content an und geht respektvoll mit dem Urheberrecht anderer um. Die gilt für Text- wie auch Fotorechte. Einem Urheber sei nur angeraten, angemessen zu reagieren. Ich tue dies auch in jedem Einzelfall, wo man meine Bilder oder Texte klaut.

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